Nach Jahrhundertfrost: Obst- und Weinbauern muss sofort geholfen werden

Pressemitteilung - Stuttgart, den 28.04.2017

Dass Minister Hauk nach dem Jahrhundertfrost und minus elf Grad in Hechingen als Hilfe Steuererleichterungen verspricht, ist ein Schlag ins Gesicht der Obst- und Weinbauern. Die Aussagen des Ministers sind völlig unglücklich“, empört sich der AfD-Abgeordnete Stefan Herre. Dieser Vorschlag sei völlig deplatziert. Aufgrund des Temperatursturzes in den letzten Wochen sind bei den Weinbauern Ernteausfälle von 70 bis 90 Prozent zu erwarten. Bei den Obstbauern könnten es zwischen 20 Prozent bis hin zum Totalausfall werden. „Erste Obstbauern reagieren bereits, indem sie langjährige Mitarbeiter entlassen“, erinnert Herre. „Aus diesem Grund müssen andere Maßnahmen unverzüglich greifen.“

Soforthilfen sind erforderlich

„Steuererleichterungen sind der falsche Weg“, so Herre. „Die betroffenen Obst- und Weinbauern, die unverschuldet in Not geraten sind, brauchen unverzügliche Soforthilfen – mit Krediten und Bürgschaftsprogrammen.“ Denkbar sei ein direkter Schadenausgleich, der über Direktzahlungen an die Betriebe geht, nach dem Vorbild der Österreicher im Jahr 2016. „Wenn sich Minister Hauk zu diesem wichtigen Schritt durchringt, sollte dieses Beispiel auch in Baden-Württemberg und bei seinen Kollegen in Rheinland-Pfalz, in Franken, dem Rheinland, Hessen, Sachsen und Brandenburg Schule machen“, schlägt Stefan Herre vor.

Probleme mit den Versicherungen

Eine Spätfrostversicherung wird zwar von den Versicherern für Wein angeboten, doch die Prämien sind hoch und die Abdeckungsquote ist gering. Obstbauern haben hingegen das Nachsehen. Nur Erdbeeren können sie gegen Frost versichern. „Die Verantwortlichen aus Politik und der Versicherungsbranche müssen handeln. Wir schließen uns dem Bauernpräsidenten an, der eine Obst-Frostversicherung fordert“, erklärt Herre. „Es kann nicht sein, dass betroffene Betriebe aufgeben müssen. Mitarbeiter verlieren unverschuldet ihre Arbeitsstelle, deren Familien geraten in Not. Das zu verhindern, ist die Aufgabe des Landwirtschaftsministers.“

Alle Möglichkeiten ausschöpfen

„Überall wird geholfen“, so Herre. „Was für Milchbauern gilt, darf bei unseren Obst- und Weinbauern nicht anders sein.“ Der AfD-Abgeordnete Herre werde im zuständigen Ausschuss darauf hinwirken, dass die richtigen Entscheidungen getroffen werden. „Und zwar unverzüglich“, fordert Herre. „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, dass hier schnell und unbürokratisch geholfen wird. Notfalls auch mit Bundesmitteln. Wir müssen alle Möglichkeiten ausschöpfen. Unsere Obst- und Weinbauern sind genauso unverzichtbar wie unserer Milchbauern und Landwirte.“


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