Gemeinschaftsschulen fördern Segregation statt Integration und bereiten Schüler nicht auf das Leben vor

Pressemitteilung - Stuttgart, den 12.10.2017

Die SPD versuchte in der aktuellen Debatte des Landtags ihre Ideologie der Gesamtschule zu feiern: „Fünf Jahre innovative Pädagogik: Gemeinschaftsschulen unterstützen statt schlecht reden“. Dr. Rainer Balzer, bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion stellt dazu fest: In der Theorie seien alle Argumente ausgetauscht worden. „Jetzt geht es darum, dass sie sich in der Realität bewährt und das tut sie offensichtlich nicht. Die Gemeinschaftsschule ist gescheitert. Dieser Tatsache sollten wir ins Auge schauen. Es geht nicht darum, ob wir etwas gut oder schlecht reden. Es geht darum, ob sie gut oder schlecht ist. Ob sie ein Erfolgsmodell ist, dann brauchen wir sie nicht zu unterstützen.“

Abstimmung mit den Füßen: Eltern lehnen die Gemeinschaftsschule rundweg ab  

Balzer führt weiter aus: „Wenn wir die Gemeinschaftsschule jetzt unterstützen sollen, ist das die klare Aussage der SPD, dass sie alleine nicht lebensfähig ist.“ Balzer bezweifelt, dass die Gemeinschaftsschule Gemeinsamkeit fördere. Denn „Eltern, die es sich leisten können, schicken ihre Kinder auf teure Privatschulen“ und suchten ein gutes Wohnviertel, um den Kindern den Besuch einer entsprechenden Schule zu ermöglichen. Dasselbe sei in den USA zu beobachten. Balzer verweist auf die Erfahrungen einer Landtagsreise, die kürzlich in die USA führte.  „Immobilienanzeigen listen in New York an erster Stelle den Preis der Immobilie, an zweiter Stelle die Quadratmeterzahl und an dritter Stelle das Schulranking der Schule des jeweiligen Stadtviertels auf.“ Weder hier noch dort präferieren die Eltern demnach die Form der nivellierenden Gemeinschaftsschule.

Individuelle Förderung, ohne eigenes Bemühen macht Leistung wertlos

Das grünrote Konzept der Gemeinschaftsschule unterstütze alleine das, was den Schülern Spaß mache, „möglichst ohne Konkurrenzdenken und ohne Leistungsbewertung“, kritisiert Balzer. Dennoch werde den Gemeinschaftsschülern ein hohes Maß an Selbstverantwortung aufgebürdet, „wenn jeder selbst entscheidet, auf welchem Leistungsniveau er lernen möchte.“ In den Schulen des Schweizer Vordenkers der Gemeinschaftsschulen, Peter Fratton, fielen Schüler reihenweise durch Abiturprüfungen. „Trotzdem hielt man es nicht für nötig, Konzepte zu überdenken“, wundert sich Balzer. Sein Hauptkritikpunkt: „Die Gemeinschaftsschule will jedem Schüler individuelle Förderung zukommen lassen, ohne dass dieser sich darum bemühen muss. Damit ist die Teilnahme an dieser Förderung keine Auszeichnung mehr. sondern eine lästige Pflicht.“

Balzer fordert: Sinnvolle Schultraditionen weiterentwickeln

Balzer geht mit SPD und Grünen hart ins Gericht. Deutsche Schulen stünden in einer sinnvollen Traditionslinie. Das Gymnasium entstand aus der Tradition der akademischen Ausbildung, die Realschule aus der Tradition der Kaufleute und Handeltreibenden und die Hauptschule aus der Tradition der Handwerker. „Wenn wir diese Traditionen ernst nehmen und behutsam weiterentwickeln, wie etwa die duale Ausbildung, um die uns alle Welt beneidet, dann werden wir Erfolg haben. Wenn wir sie über den Haufen werfen, werden wir viel Schaden anrichten. Genau dies haben die Grünen und die SPD getan“, so der Vorwurf des AfD-Abgeordneten.

Balzer fordert stattdessen, sich erneut darauf zu besinnen, was sich bewährt habe: „Das Vermitteln von Freude an der Leistung. Hierzu gehören eine faire und klare Leistungsbewertung, sowie eine angemessene Elitenförderung.“


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