Dr. Rainer Balzer: AfD-Fraktion fordert Volksentscheid über das neunjährige Gymnasium in Baden-Württemberg

Pressemitteilung - Stuttgart, den 07.06.2018

Aus Elternkreisen haben AfD-Landtagsabgeordnete erfahren, dass viele Familien eine Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium und eine Entzerrung des Unterrichts einfordern. Darauf verweist Dr. Rainer Balzer, bildungspolitischer Sprecher der AfD-Landtagsfraktion. Demnach würden sich viele Eltern mehr Zeit mit ihren Kindern wünschen, um wieder eine sinnvolle Freizeitgestaltung in der Familie zu ermöglichen. „Bayern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen haben sich für die Rückkehr zu G 9 entschieden; Hessen gibt den Eltern Wahlfreiheit“, so Balzer. „Da dieses Thema das Leben und den Alltag vieler Familien unmittelbar betrifft, hat sich die AfD-Fraktion dazu entschlossen, die Entscheidung darüber den Bürgern selbst in die Hand zu geben. Sie fordert daher eine Volksabstimmung über G8 und G9. Grundlage hierfür ist das Demokratiestärkungsgesetz, das von der AfD-Fraktion in den Landtag eingebracht wurde.“

AfD lehnt Bevormundung von Kindern und Eltern ab

Das Eintreten der AfD für die Halbtagsschule erwächst einem freiheitlichen und basisdemokratischen Ansatz, so Balzer. „Wir lehnen eine Bevormundung der Familien und der Kinder durch Ganztagsideologie-Erziehungsinstitute entschieden ab.  Dieser freiheitliche Ansatz ist verbunden mit einer unbedingten Leistungsorientierung. Wir haben eine reiche Vereinslandschaft, die eine gute Jugendarbeit macht. Diese wird durch die Ganztagsschule zerstört, insbesondere durch das G8.“ 

Freiwilliges Lernen durch Hobby und Freizeit

Für eine gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sei es unabdingbar, dass im Tagesablauf genügend freie Zeit für Sport und Erholung vorgesehen ist. Wenn der natürliche Bewegungsdrang der Kinder im Tagesablauf nicht genügend berücksichtigt wird, kann dies die gesunde Entwicklung beeinträchtigen oder zu Aggressionen führen, die das soziale Miteinander in Schule und Familie empfindlich stört. „Für ein gesundes Heranwachsen der Schüler ist intellektuelle Überforderung zu vermeiden. Freiwilliges Lernen durch Hobby und Freizeit sind hingegen unabdingbar für die gesunde Entwicklung. Noch so durchdachte pädagogische Konzepte könnten die Vorzüge dieser freiwilligen Initiativen nicht aufwiegen“, so der bildungspolitische Sprecher der AfD. Schüler sollen so wieder mehr Zeit und Möglichkeiten bekommen, sich am Nachmittag sportlich, musikalisch, sozial, politisch, kirchlich oder für Natur und Umwelt zu engagieren. Wichtig sind den Antragstellern auch die vielen kirchliche Jugendgruppen und die Jugendinitiativen der Vereine, bei denen wichtige Inhalte im Vordergrund stehen. „Sowohl Leistungssport als auch das Erlernen eines Instruments erfordern tägliches Üben und tägliches Training.  Private Freizeit bietet die Möglichkeit, private Interessen zu vertiefen und sich im Vorgriff auf ein Studium Wissen anzueignen. Für eine psychisch und physisch gesunde Entwicklung der jungen Menschen sind Freiräume unabdingbar. Hier stehen grundsätzlich widerstreitende Zielvorstellungen einer staatlich verwalteten Kindheit oder einer individuell und familiär gestalteten Kindheit und Jugend gegeneinander. Diese sind so wichtig, dass die Entscheidung hierüber dem Wähler selbst zur Entscheidung vorgelegt werden sollte“, so Balzer abschließend.


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