Kinderehen: Lars Patrick Berg fordert Opferschutz statt Täterschutz

Pressemitteilung - Stuttgart, den 06.02.2019

Um die missliche Situation von Kindern in einer Ehe zu beleuchten, hat der AfD-Landtagsabgeordnete Lars Patrick Berg einen Berichtsantrag eingereicht. Es sei „äußerst wichtig“, so Berg, „dass wir die Not dieser Kinder, die Opfer archaischer Bräuche werden und mitten unter uns leben, nicht aus den Augen verlieren.“ Erst im Dezember 2018 machte ein Fall bundesweit Schlagzeilen, in welchem ein Syrer, der auf Anerkennung seiner Ehe mit einem Kind, mit diesem er die Ehe in Syrien nach ausländischem Recht schloss, vor Gericht pochte. Das Oberlandesgericht Bamberg qualifizierte die in Syrien geschlossene Ehe zwischen einer 14-jährigen und ihrem volljährigen Cousin als wirksam.

Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen muss endlich konsequent Anwendung finden

Für Lars Patrick Berg zeigt sich hier ein gefährlicher Präzedenzfall. Die Kinder, oft junge Mädchen, könnten sich kaum wehren und seien sowohl ihrer kindlichen Entwicklung, ihrer Reife zur erwachsenen Frau und vor allem der sexuellen Selbstbestimmung beraubt. Der Zugang zu Bildung werde häufig eingeschränkt. Den Frauen drohe eine dauerhafte prekäre Lebenslage. „Das Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen aus dem Jahr 2017 muss daher endlich konsequent Anwendung finden. Das Wegschauen im Namen einer multikulturellen Toleranz gegenüber archaischen Riten muss ein Ende finden!“, so Bergs Forderung. Berg weiter: „Die grundgesetzlich verankerte Würde des Menschen ist auch für Kinder nicht verhandelbar!“ Es sei erschreckend, wenn Politiker für Wählerstimmen für eine falsche Toleranz würben und dabei die Unversehrtheit von Körper, Psyche und Sexualität der Kinder als Verhandlungsmasse billigend in Kauf nähmen. Die Losung müsse daher endlich heißen „Opferschutz statt Täterschutz!“. Durch den Berichtsantrag erhofft Berg sich neue Erkenntnisse zur Entwicklung des Problemfeldes „Kinderehe“ in Baden-Württemberg.


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