Gäubahn-Ausbau: Steuermilliarden für minimale Fahrzeitverkürzung

Pressemitteilung - Stuttgart, den 23.03.2017

AfD begrüßt jede Stärkung der Gäubahn

„Natürlich begrüßen wir jede Stärkung der Gäubahn. Eine bessere Anbindung an die Landeshauptstadt wird den Landkreisen Böblingen, Freudenstadt, Rottweil, Tuttlingen bis hinunter nach Singen und Konstanz helfen, besonders für ihre jüngere Bevölkerung attraktiv zu bleiben“, sagt der verkehrspolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion Bernd Gögel. Ende des vergangenen Jahres hatte der Bundestag das Projekt in den ‚Vordringlichen Bedarf‘ des Bundesverkehrswegeplans hochgestuft. Geplant ist unter anderem, diese wichtige Verbindung für die weitere Bahnstrecke in die Schweiz und nach Italien zweigleisig auszubauen.

Verkürzung der Planfahrzeit kostet weit über 1 Milliarde Euro

„Wir haben hier aber geradezu einen Geschwindigkeitsrausch nach Zürich entwickelt. Die zwei Stunden fünfzehn von Lugano sind mit der bestehenden Technik, die es am Markt gibt, nicht erreichbar“, sagte Gögel in seiner Plenumsrede. Im grün-schwarzen Koalitionsvertrag von 2016 verpflichtete sich die Landesregierung an der Fahrzeitverkürzung unter Einsatz von Neigetechnikzügen gemäß Vertrag von Lugano festzuhalten. Laut Schlussbericht der ‚Gäubahnstudie‘ liegen die Kosten für eine Verkürzung der Planfahrzeit bei weit über 1 Milliarde Euro. Voraussetzung hierfür sei, dass für den Fernverkehr Neigetechnikfahrzeuge zum Einsatz kommen.

Auslaufmodel Neigetechnik

„Die Neigetechnik wird aber weder von der Schweiz noch von Italien reinvestiert. Wenn wir diese Technik beschaffen wollen – gibt es europaweit nur noch einen Anbieter –, dann müssen wir selbst in Forschung und Entwicklung investieren. Das ist unbezahlbar“, so Gögel weiter. Auf Anfrage teilte die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB AG) mit, dass ihre Neigezüge (ETR 610) bis mindestens 2030 vollständig verplant seien und eine Beschaffung eigens für die Gäubahn aus finanziellen wie technischen Gründen nicht erwogen werde.

Beschleunigung an der Grenze des technisch Möglichen und wirtschaftlich Unsinnigen

„Die sklavische Festlegung auf Beschleunigung an der Grenze des technisch Möglichen und wirtschaftlich Unsinnigen muss korrigiert werden. Die AfD fordert vor allem eine dichtere Taktung und möglichst auch eine tiefere Erschließung der südbadischen Region rund um die Uhr, sowohl in Relation zu Stuttgart als auch zur Schweizer Grenze, um diesen Raum für seine jungen Einwohner attraktiv zu halten“, so Gögel.


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