Reaktion auf Petrys Verzicht auf die Spitzenkandidatur – „Die Partei besteht nicht nur aus einer Person“

Pressemitteilung - Stuttgart, den 19.04.2017

„Ich kenne Frau Petry schon längere Zeit und weiß, dass sie pragmatisch handelt“, erklärt der AfD-Fraktionsvize Emil Sänze und reagiert damit auf Frauke Petrys Verzicht auf die Spitzenkandidatur. „Ihre Entscheidung hat mich nicht überrascht. In ihrem Statement legt Frau Petry auch Wert darauf, dass wir während unseres Parteitages eine strategische Implikation, die sie vorstellen wird, bewerten – und annehmen oder ablehnen.“

Parteimitglieder wünschen Spitzenteam

Emil Sänze bedauert es, dass Petrys Verzicht auf diese Art und Weise übertragen wurde. Die Partei werde dies differenziert aufnehmen und am Samstag in Köln bewerten und diskutieren. Dass dies zu Auseinandersetzungen führen könnte, sieht Sänze nicht: „Per Online-Umfrage wurde parteiintern entschieden, ein Spitzenteam aufzustellen. Spitzenkandidaturen gibt es in den einzelnen Ländern, aber nicht als herausragende Persönlichkeit, sondern als primus inter pares.“ Er sehe Petrys Rückzug entspannter als er nun bewertet werde. „Persönlich bedauere ich es, dass Frau Petry den Schritt über die Medien gewählt hat. Ich hätte mir gewünscht, dass sie dies am Wochenende kommuniziert.“

Baden-Württemberg will vertreten sein

Dass nun eine Lücke entstehen könnte, sieht Sänze nicht. „Die Partei besteht nicht nur aus einer Person. Die Partei hat viele herausragende Persönlichkeiten, die zwar nicht so sehr in der Öffentlichkeit stehen, aber vorhanden sind.“ Ob es nun einen Spitzenkandidaten geben und wer dies sein wird, werde die Partei basisdemokratisch entscheiden. „Ich unterwerfe mich der Entscheidung der Partei. Es gibt allerdings viele Personen, die für eine Spitzenkandidatur in der AfD geeignet sind. Ich denke da an Frau Dr. Alice Weidel, unsere Kandidatin aus Baden-Württemberg, die wir gewählt haben und die alle im Land unterstützen.“ Baden-Württemberg sei wirtschaftlich eines der stärksten Bundesländer und nicht nur deshalb habe man aus Fraktionssicht den Anspruch, vertreten zu sein. „Zumindest in einem Spitzenteam. Das ist unser Credo“, ergänzt Sänze.

Partei aus der Mitte der Bevölkerung

Probleme für die AfD würden durch Petrys Entscheidung nicht entstehen. „Die AfD ist gerade deshalb entstanden, um die ‚etablierten‘ Modelle der ‚etablierten‘ Parteien in Frage zu stellen. Wir stellen uns viel breiter auf“, so Sänze. „Wir wollen eine Partei aus der Mitte der Bevölkerung sein. Und alle Kräfte, die in einer Partei mitwirken, sollen auch ein entsprechendes Amt einnehmen.“ Dass die AfD als zerstritten wahrgenommen werde, hätte etwas damit zu tun, dass Ereignisse hochgespielt werden. Sänze: „Die meisten Protagonisten haben die gemeinsame Basis unserer Plattform nicht verlassen. Petry wünscht eine Realstrategie, die anderen wollen eine Fundamentalopposition sein. Beide Argumente sind werthaltig und müssen diskutiert werden.“ Sänze selbst gehöre dem Lager der Realstrategen an. „Frau Petrys Entscheidung ist zu akzeptieren.“


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