Warum ist am Arbeitsplatz 20-mal mehr Stickstoff erlaubt als auf der Straße?

Pressemitteilung - Stuttgart, den 26.07.2017

Mit welcher Unverfrorenheit die weit auseinanderklaffenden Grenzwerte für Stickoxide in Arbeitsräumen und der Außenluft als pseudowissenschaftliche Grundlage für die Dämonisierung des Individualverkehrs herangezogen werden, lässt die AfD-Landtagsfraktion zunehmend am Verstand der grün-schwarzen Landesregierung zweifeln.

Am Arbeitsplatz sind 950 Mikrogramm Stickoxide erlaubt – auf der Straße nur 40 Mikrogramm

Fast schon gebetsmühlenartig wird von den Grünen eine ‚dramatische Lage am Stuttgarter Neckartor‘ heraufbeschworen, wo gelegentlich 82 Mikrogramm Stickoxid pro Kubikmeter Luft gemessen wurden. Dies würde eine Überschreitung des Grenzwertes von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter um mehr als das Doppelte bedeuten. „An und für sich ist das ein dramatischer Wert, der sich aber sofort bei einem Blick in die bis heute gültige Verordnung über die ‚Technischen Regeln für Gefahrstoffe‘ TRGS 900 vom Januar 2006 relativiert“, erläutert Landtagsabgeordneter Bernd Gögel, verkehrspolitischer Sprecher der Alternative für Deutschland. „Ohne eine Gesundheitsgefährdung befürchten zu müssen, sind am Arbeitsplatz für 40 Stunden pro Woche stattliche 950 Mikrogramm pro Kubikmeter Innenraumluft als ‚Maximale Arbeitsplatz-Konzentration (MAK)‘ zulässig. Dieser Grenzwert liegt damit mehr als 23-mal so hoch wie im Straßenverkehr.“

Surreale Situation: Arbeitsstättenverordnung erlaubt Stickoxidbelastung

Heruntergerechnet auf einen 24-Stunden-Tag würde das eine Belastung von 226 Mikrogramm pro Kubikmeter bedeuten – selbst das ist immerhin noch mehr als fünf Mal so hoch wie in der ‚öffentlichen‘ Luft. „Und das alles höchst offiziell im Rahmen der Arbeitsstättenverordnung“, so Gögel. „Diese Herangehensweise ist in meinen Augen regelrecht surreal. Sie zeigt einmal mehr, wie sehr sich die baden-württembergische Landespolitik von der Realität entfernt hat und immer weiter wegdriftet. Wenn überhaupt eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit durch Stickoxide im Raum steht, dann nicht an erster Stelle im Straßenverkehr! Davon einmal ganz abgesehen, dass die Menschen in Baden-Württemberg die höchste Lebenserwartung in Deutschland haben – trotz der hohen Stickoxidbelastung am Arbeitsplatz.“


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