Journalismus? Nein, betreutes Denken für dämliche Bürger

Pressemitteilung - Stuttgart, den 06.10.2017

Ein Journalist und ein Kommunikationswissenschaftler entlarven ihren Berufsstand

„Was zwei Medienleute in einem kürzlich publizierten Interview von sich geben, macht fassungslos und belegt Schwarz auf Weiß, wie sehr sich die Medien von jeglichem Ethos und Informationsauftrag, der echten Journalismus auszeichnet, entfernt haben“, erklärt AfD-Fraktionsvize Emil Sänze.

Kulturredakteur Tomasz Kurianowicz von der ‚ZEIT‘ entlarvt sich durch seine Fragen. Kommunikationswissenschaftler und Professor Martin Emmer ist naiv genug, diese brav zu beantworten.

Die Fragen und Antworten der hier zitierten Experten sind eine einzige Bankrotterklärung des Journalismus in Deutschland. „Wir bitten alle Journalisten dieser Republik auf der Basis dieses Interviews und der hier getätigten Aussagen eine selbstkritische Debatte zu beginnen“, wünscht sich Emil Sänze. „Es täte der Politik, der Gesellschaft wie auch den Medien gut, den Umgang miteinander zu verbessern. Eine Demokratie braucht echten Journalismus, keine falsche Propaganda.“

Wir haben die entscheidenden Passagen hier zusammengestellt und kommentiert.

ZEIT ONLINE: „Die Presse in Deutschland hat sich intensiv mit der AfD auseinandergesetzt, um die Rechtspopulisten zu entlarven und ihren Einzug in den Bundestag zu verhindern. “

Es ist keine Aufgabe der Presse, das Wirken einer legitimen Partei zu verhindern, sondern über sie zu informieren.

ZEIT ONLINE: „Am Ende hat die AfD knapp 13 Prozent der Stimmen bekommen, mehr als befürchtet.“ Korrekterweise müsste es doch heißen: „mehr als erwartet“?

Die persönliche Meinung eines besorgten Journalisten interessiert höchstens in einem Kommentar.

ZEIT ONLINE: "Wir Medien berichten also zu stigmatisierend über die Themen der AfD?" Emmer antwortet: " Diese Stigmatisierungen sind Strategien, die man vielleicht am Anfang einsetzen kann, wenn so eine rechtspopulistische Bewegung noch klein ist. Also zu sagen: Wir grenzen die aus."

Der „Medienwissenschaftler“ befürwortet also Mobbing und Menschenfeindlichkeit.

Emmer: „Wir versuchen der Öffentlichkeit zu kommunizieren, dass man sich von so einer Bewegung fernhalten soll. Aber über dieses Stadium sind wir mit der AfD längst hinaus.“

Journalisten sind demnach als Erzieher der Nation tätig.

Emmer: „Irgendwann muss man sich mit den konkreten Forderungen und Aussagen nüchtern auseinandersetzen.“

Dies ist die grundsätzliche Aufgabe eines jeden Journalisten. Jederzeit. Nicht irgendwann.

ZEIT ONLINE: "Und dann finden sie im Internet alternative Kanäle und sehen dort die Wahrheit repräsentiert …"

Im Internet gibt es sehr gute alternative Informationskanäle, die entstanden sind, weil die herkömmlichen Medien ihre Glaubwürdigkeit verloren haben. Das ZEIT-Interview bietet das beste Beispiel.

Emmer erklärt tatsächlich: "Vor 20 Jahren fiel es den durchaus intelligenten, wohlmeinenden Menschen in den Medien leicht, unangenehme, heikle Themen von den Rezipienten fernzuhalten, sicher mit den besten Absichten. Man musste über Heikles nicht diskutieren, weil man darüber einfach nicht berichtet hat."

Der Medienwissenschaftler gibt frank und frei zu, dass eine Form der Lückenpresse existiert. Er versucht es mit dem Hinweis auf „durchaus intelligenten, wohlmeinenden Menschen“, mit den „besten Absichten“ zu entschuldigen. Tatsächlich handelt es sich um betreutes Denken für augenscheinlich dämliche Bürger.

Emmer sinniert weiter: „Und all die heimlichen Rechtspopulisten hatten keine Möglichkeit, sich an eine breite Öffentlichkeit zu wenden. Das hat sich mit der Digitalisierung und den ganzen Möglichkeiten des Internets radikal geändert.“

Nein, das ist keine Satire. Millionen von Bürgern waren demnach jahrelang heimliche „Rechtspopulisten“, in der Lesart linkslastiger  Gesinnungsmedien also bösartig. Der Professor bedauert offensichtlich, dass die Heimlichtuer Tante Erna und Onkel Otto noch dazu das Internet – einen augenscheinlich bösen Ort entdecken. Dafür wurde bekanntlich das umstrittene NetzDG entworfen.

ZEIT ONLINE: "Man muss sich also stärker mit rechtspopulistischen Positionen auseinandersetzen?"

Müssen muss man gar nichts. Aber man könnte und sollte, vor allem als Journalist.

Emmer bestätigt das: „Ich denke, schon. Hinter rassistischen Aussagen und Positionen stecken sehr oft ganz andere Probleme, ganz grundsätzliche Verunsicherungen. Daher sehe ich Hassdebatten im Internet auch als Chance. Denn jetzt sieht die Gesellschaft mal die Frustrationen, die sie jahrzehntelang halb erfolgreich ignoriert hat.“

Das Internet besteht keineswegs allein aus Hassbotschaften, wie uns die Zensurbehörden rund um Anetta Kahane weismachen wollen. Sie bieten stattdessen auch vielseitige Informationen und den gegenseitigen Austausch. Frustrationen, die dort abgeladen werden, sind die Themen, die viel zu lange ignoriert wurden.

ZEIT ONLINE: "Sind Sie optimistisch, dass die gesamte Gesellschaft zurück zu einem Diskurs kommt? Sind die AfD-Wähler als Gesprächspartner überhaupt noch erreichbar?"

Fragen wir Herrn Kurianowicz  andersherum: Sind die Stigmatisierer und Ausgrenzer aus Politik und Journalismus dazu willens oder fähig?

Emmer: „Sicher sind viele darunter, die man nicht mehr zurückgewinnt. Manche Leute haben sich so versponnen in ihren Verschwörungstheorien, dass sie eher ein Fall für eine Psychotherapie sind.“

Das ist, vorsichtig formuliert, eine Unverschämtheit, in der sich die gesamte Herablassung der „Guten“ gegenüber den vermeintlich „Bösen“ spiegelt. Es sind Hass und Hetze aus dem Mund eines „Wissenschaftlers“.

ZEIT ONLINE: "Es gibt ja diesen Vorwurf, die Medien seien zu linksliberal. Fehlt es an konservativen Stimmen, die auch mal kritisch über die Flüchtlingsfrage berichten?"

Der Zeit-Redakteur bekennt indirekt, dass konservative Journalisten offensichtlich dazu fähig sind, kritisch über die Asylpolitik und ihre Auswirkungen zu berichten. Im Umkehrschluss bestätigt dies, dass augenscheinlich liberalen Journalisten einseitig und unkritisch berichten.

Emmer. "Außerdem kann man ja den Medien nicht vorwerfen, dass sie kritische Fragen zur Flüchtlingsfrage vermieden hätten. Es kann durchaus sein, dass die Medien manchmal bestimmten Themenaspekten aus dem Weg gehen."

Wer „bestimmten Themenaspekten aus dem Weg geht, ist kein Journalist, sondern jemand, der seinen Beruf verfehlt hat.

Emmer: "Viel bedenklicher ist, dass Journalisten eine zu homogene Gruppe sind. Die meisten Journalisten sind Kinder aus bildungsbürgerlichen Verhältnissen. Da muss man lange suchen, bis man jemanden findet, der aus Ostsachsen kommt oder aus einer Arbeitslosenfamilie, oder der eine alkoholabhängige alleinerziehende Mutter hat.

Ostsachsen, Arbeitslose und Alkoholabhängige werden in eine Reihe gestellt. Das ist Arroganz nicht zu überbieten und Diffamierung in lupenreiner Form. Und Herr Emmer bildet Journalisten aus.

Emmer: „Man kann versuchen, sich noch so gut hineinzudenken in den Rand der Gesellschaft, und viele Journalisten machen das auch – aber auf manche Problemfelder schaut man trotzdem wie ein Außenstehender, man hat einen anderen Blick als die Betroffenen. Das halte ich für das größere Problem.“

So funktioniert also echter Journalismus. „Journalisten“ versuchen, sich in ein Themenfeld hineinzudenken. Gab es früher nicht die Vorortrecherche und sprach man nicht mit den Betroffenen selbst?

Interview: Tomasz Kurianowicz, Literaturwissenschaftler und Kulturredakteur der ‚ZEIT‘.

Martin Emmer, Kommunikationswissenschaftler und Professor an der Freien Universität Berlin.

http://www.zeit.de/kultur/2017-09/afd-berichterstattung-medien-verantwortung-journalismus/komplettansicht


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